Autoradio der Zukunft

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miramunt

Mitglied
Und wieder einmal wird DAB+ -mE vollig unbertechtigt- 'hochgejubelt' :-(

Wir waren in den Ferien im Bündnerland unterwegs; Flüelapass, Ofenpass, Albulapass, Lukmanier, Oberalp, San Bernardino: zT minutenlange (!) Ausfälle. Da ist mir ein teilweise etwas rauschender UKW Emfang dann doch noch lieber als wegen dauernden Empfangsunterbrüchen die Nachrichten, Verkehrsmeldungen, Sportübertragungen etc zu verpassen.
 

FritzBox

Mitglied
Es gibt eine weitere - sehr preisgünstige - Möglichkeit, die Soundanlage des Autos zu benutzen:
- Handy mit dem «AUX-Anschluss» des Autoradios verbinden.
- Den bevorzugten Sender mittels «Internet» geniessen.
Natürlich sind Senderwechsel etwas umständlicher als mit einem klassischen Radio und das Handy muss auch irgendwo im Auto platziert werden, aber diese kleinen Nachteile nehme ich gerne in Kauf, bis ich ein neues Auto kaufen muss.
Funktioniert bei mir tadellos.
 

Spider67

Neues Mitglied
Wer es schon im Auto hat wird es sicher nutzen. Die günstigen Nachrüstmöglichkeiten sind nicht befriedigend, da Antenne irgendwo geklebt werden muss und die Stromversorgung meist auch nicht einfach ohne störende Kabel verlegt werden kann und dann ist das Handling während der Fahrt auch nicht einfach. Also werde ich bis ich ein Auto kaufe, welches einen DAB+ integriert hat noch die ausländischen UKW-Sender, MP3, oder Spotify hören. Mal sehen ob dann in ein paar Jahren DAB+ immer noch aktuell ist, oder man schon auf Internetradio setzt. DAB+ ist wohl die Mini-Disk des Radioempfangs, einfach bei der Einführung schon überholt.
 

Jurgius

Aktives Mitglied
Der Hype um DAB+ mutet etwas seltsam an, wenn man bedenkt, dass ein Fachmann kürzlich erklärt hat, DAB sei überholt, die Zukunft gehöre dem Internet. Da bin ich allerdings auch etwas skeptisch - das Netz, je länger je mehr, - erweist sich auch nicht als dauerhaft stabil.
 

henr98

Mitglied
Es gibt eine weitere - sehr preisgünstige - Möglichkeit, die Soundanlage des Autos zu benutzen:
- Handy mit dem «AUX-Anschluss» des Autoradios verbinden.
- Den bevorzugten Sender mittels «Internet» geniessen.
Natürlich sind Senderwechsel etwas umständlicher als mit einem klassischen Radio und das Handy muss auch irgendwo im Auto platziert werden, aber diese kleinen Nachteile nehme ich gerne in Kauf, bis ich ein neues Auto kaufen muss.
Funktioniert bei mir tadellos.
Mit Ihre Internetlösung belegen sie ein teil der Funkzellenkapazität die begrenzt ist. Bekanntlich teilen sich alle Benützer einer Funkzelle die gesammte verfügbare Bandbreite. Je mehr darauf sind je langsamer es wird. So ist die berühmte 'schnelle' 5G bei Einzelbenützng der Zelle gar nicht viel schneller. Nur könnne durch die Richtbündelung mehr zugleich darauf bevor die Geschwindigkeit zusammenbricht, wenn sie nicht neben einander stehen.
Alle Auto lückenlos mit Individualstreaming ¨über Mobilfunk für Mediastreaming versorgen ist eine Illusion und nicht realisierbar.
Zudem ist es sehr teuer, DAB ist gratis, Ihr Handy brauchtz ein teures Mobilabbo, hohe Abschreibungskosten, und verbraucht unmengen Energie.
Es braucht also 'Broadcast', Rundfunklösungen.
Es ist tatsächlich so das im 6G Mobilfunk Standard Broadcast dann auch vorgesehen ist. Dann könnte DAB dann vielleicht wieder obsolet werden. Diese Lösung aber ist noch nicht im Sicht.

Mit FM hat man zur Zeit Landesversorgung zur etwa 1/3 der Energie und Betriebskosten von DAB, mit den extra benötigten Tunnelanlagen ist FM vielleicht relativ noch günstiger, und für den Empfängern mit einfache Batterieversorgung zur 1/6 der Preis für das Endgerät eine sichere Verbidnungsmöglichkeit im Not / Kalamitzätsfall.
Es ist Unsinn dies abzuschalten.

Im Not und Kalamtätsfall wird als erste das Mobilfunknetz überlastet sein und zusammenbrechen - siehe Überschwemmingen Deutschland - und wenn mach Pech hat glauch auch das ganze Internet und die Stromversorgung. Unser Satelitensystem ist auch höchgefährdet. Statt hunderte Millionen für Schutzräume auszugeben sollte man, nach den Abschalten des sicheren Telefonnetz (leif auch bei Stromausfall) für eine sichere Strom- und Inetrnetunabhängige verbindungsmöglichkeit im Notfall sorgen.

Weiter haben wir hier sehr viel ausländisches Fahrverkehr ohne DAB empfänger. Auch darum ist es Unsinn FM Abzuschalten.
 

karnickel

Stammgast
Auch ich bringe mich hier noch mit ein. Man muss einfach im Vorfeld alle Nachteile berücksichtigt haben, um danach nicht enttäuscht zu werden. Zu den einzelnen, technischen Punkten also:
  1. DIN-Schacht ist nicht die einzige Abmessung, die es zu berücksichtigen gilt. Hinten aufs Gerät geblickt (mit der Suchmaschine vor einem Ausbau möglich) gibt weitere Eckdaten bekannt. Ist das Radio, sprich Onboard-System vielleicht mit dem Auto verbunden? Wird es für Telefonie, über Lenkradbedienung usw. "ferngesteuert"? Dann besser das Gerät nicht einfach ausbauen.
  2. Notfallmanagement ist ein kritisches Thema, das gleich mehrere Vorschreiber hier anreissen. Kann eine in Tunnels eingestreute Warnmeldung gehört werden? Beim Radio-übers-Handy eher nicht. Beim zwischengeschalteten DAB-Empfänger, der seinen Ton per UKW weitersendet eher schon. Jedoch nur dann (eben in Tunnels und nicht in abgelegenen Landesteilen), wenn die DAB-Empfangsantenne gut gelöst wäre. Und das ist sie im Innenraum eines womöglich mit metallbeschichteten Glasscheiben abgeschirmten Automobils eben nicht. Der DAB+-Empfang in der Schweiz ist per Sendeleistung auf Aussenempfang getrimmt.
    @henr98 Leider waren in Schland die Telefonzentralen als erstes überflutet. Irgendwie hast Du das wohl verdreht. Der Fehler dort war, dass nicht über das Mobilnetz (Cell Broadcasting) und nicht mit Sirenen gewarnt werden konnte. Auch war man organisatorisch für solche Warnungen nicht vorbereitet und wird dies wohl auch eine Weile noch nicht sein. - Wen willst Du denn übers Telefonienetz anrufen? Feuerwehrleute?
    DAB-Empfangsgeräte für Batteriezellenbetrieb gibt es genauso wie für UKW. Fürs Notfallmgmt gibts auf DAB übrigens ein nettes Feature. Der Warnmeldungsversand schaltet Dir Dein Endgerät einfach ein, wenn es im Standby ist. Also vielleicht nachts nicht ausstecken, falls Wasser kommt, gell?
  3. Kostengünstig? Okay, ich komme jetzt nicht mit der Doppelfinanzierung, weil UKW parallel zu DAB betrieben wird. Diese Diskussion ist überflüssig. Aus dem gleichen Grund hätte man ja analoges TV über PAL aufrecht erhalten müssen. Jedoch gilt für beides gleichermassen, dass wenn man den Aufwand von DAB+ gegenüber UKW einfach getrennt betrachtet, die wenigen künftig notwendigen Sendestandorte und das Zusammenfassen von Programmen in sogenannte Muxes allerdings niedrigere Kosten bedeuten würden. Diese werden momentan durch eine 15 Jahre dauernden Parallelbetrieb vor allem für die Privatradios zu einem Kostentreiber. Wahrscheinlich hat Herr Schawinski weniger Angst vor DAB, als davor dass damit viel mehr Konkurrenz auf den Äther kommen wird. Es hat damit eben viel mehr Platz als auf UKW. Auch könnte er Angst davor haben, einen DAB-Sender bloss im Grossraum Zürich betreiben zu wollen. Der Kostenvergleich hinkt eben auch, wenn man für DAB eine schweizweite Abstrahlung errechnet. Bräuchte man aber nicht.
    Also ich bräuchte aus Kostengründen auch keinen Ersatz für UKW. Ich bin nicht Sender, sondern Empfänger. Deshalb schere ich mich wenig, wer wie das Programm finanziert und eventuell Geld dabei für zu viele Verbreitungswege verschleudert.
    @henr98 Kannst Du Deine Berechnungsvorschläge für wegen Radioempfangs überlastetes 5G-Mobilnetz und jene, bei der UKW sooo viel günstiger wie DAB sein soll bitte etwas belegen? Ich denke, Radioempfang über 2G/3G ist viel teurer und DAB ist günstiger als UKW. Ich behaupte dies einfach mal.
  4. Broadcast. @Jurgius Natürlich ist DAB sehr alt. Allerdings ist DAB ein Rundfunkverfahren. Einer sendet, alle können einfach mithören. Keine Antwortsendung erforderlich, anonym. Dies macht es als Technik weniger aufwändig und weniger anfällig auf Fehler. Es ist halt einfach Geschmackssache ob man viele tausend Mobilfunkmaste in der grünen Landschaft haben möchte oder vielleicht doch nur wenige hundert als Einwegabstrahler. Doch wer will bloss Radio und nicht auch Internet fernab von Gebäuden? Wir Schweizer wollen natürlich alles, weil jeder was Anderes haben möchte und wir sch(w)eissreich sind.
    @henr98 Hmmm, Broadcast über 6G. Wäre wohl auch bereits über 3G möglich. Nur sollten wir auch hier erst Herrn Schawinski fragen, ob er als Privatsender mit knapper Kasse so etwas finanzieren möchte. Ich denke, er möchte eher nicht.
Dies alles geschrieben werde ich meinen 2011er Mobil auch noch nicht von UKW auf irgendwas Anderes umbauen. Sind mir zu stark alles Bastellösungen, leider.
 

henr98

Mitglied
Danke herr/Frau 'karnickel' für die ausführliche genaue Reaktion, in einzeln:

Bezüglich die Notruf- und Alarmmdefizite in NRW bei der Flutkatastrophe haben sie recht. Es wäreeine Sammel SMS Alarm sinnvoll gewesen, und wurde aber wegen 'privacy' Gründe gerade einiger Zeit davor nicht eingeführt. Der Mobilfunk ist danach aber teils Tagenlang dort aber nicht verfügbar gewesen, also hätte es schon direkt nach Eintreffen nicht mehr funktioniert.

DAB sendet auf etwa 3x höhere Frequenzen als FM. Die Reichweite ist darum bei gleiche EIRP also mit diesem Faktor reduziert. Es braucht mehr Sender. Auch biegen die kurzwelligere Wellen weniger um Hindernisse und Tunnelbiegungen, also mehr Repeater, und dringen sie stark weniger durch in Gebäuden. Daher meine Behauptung, dass für die gleiche Deckung bis zu 3x mehr Kosten anfallen.

Ich habe im Rabatt eine DAB -FM Transponder mit Fensterantennekleber gerade im Test. Schon bei Unterführungen in Kilchberg fällt es aus.
Bei anderen Tunnel hatte ich mit FM ,beim Empfang von nicht versorgte Sender im Tunnel bis ca 150 m - 250m hinein im Tunnel, Empfang.
Mit DAB hatte ich fast sofort nach Einfahren aber schon Empfangstausfall.

Details 5G:
Ich bin Funkingenieur und ohne in all zu viel Details zu gehen:
Bei 3G und 4G haben wir einen Frequenzband im 2GHz+ Frequenzbereich mit 160MB/s Übertragungskapazität für die Funkzelle für alle zusammen. Durch MIMO wird es im Empfngsrichtung mit 4G HSPA+ bis zu verdoppelt.
Bei 5G Mobil wird neu der freigekomme 700-800MHzBand , der 2G+ Band, und neu einen Band im 3GHz Bereich benützt mit mehr Kapazität.
Die 700-800 MHz Band hat deutlich grössere Reichweite. 3G funktioniert eigentlich nur richtig in Sichtbereich.
5G im ländlichen Bereich lauft eher in diesem tiefen Freqeunzband.
3GHz 5G auf dem Autobahn wird sehr teuer, und kommt nehem ich an nicht flächendeckend. Eher wird dies auch auf dem tiefen Frequnzband laufen.

Pro Frequezband / Richtungsbündel gibts es Frequenz-Slots mit tieferen Übetragungskapazität wobei bei Einzelbenützung durch einem Bemützer mehrere Slots zusammenbenützt werden. Der Benützer kommt meist minimal 4 Slots (etwa 400 kB/s) zugewesen, was die maximale Zahl der Benützer in dieser Funkzelle/Frequenzband/Bündel auf meist etwa 80-120 begrenzt.
In einer typischer Konfiguration werden die erste bis zum Beispeil 8 bis 10 gleichzeitig Angemeldeten mit etwa 10% der Slots bedient, je nach Abbonement. Je nach Abbonement bekommt man, ohne zuviel Mitbenützer, zum Beipsiel die konstraktierten 10 MBs von verfügbaren 160 MB.
Im Schatten hinter oder mit steigenden Benützerzahl im gleichen Frequezband / Richtungsbündel sinkt die verfügbare Übertragungs-Rate.

Bei 5G Mobilfunk in 2GHz+ Band gibt es im Vergleich mit 4G HSPA+ Mobilfunk mehr Bündel im Kreis rund um der Sender, UND im jeden Bündel etwa 20% höhere Übetragunsrate bei geleichem empfangene Sendeleistung, auch wegen MIMO-6 statt MIMO-4 in der Empfangrichtung.
Die 5G Bündelng bewirkt dass mit Benützer die gleich verteilt im Kreis rund die Sendeanlage verteilt sind in der Praxis etwa 8 mehr benützer mit gleicher Geschwindigkeit bedient werden können, als dass sie alle neben (oder hinter) einander im gleichen Bündel sind.

De Fakto haben wir also, bei gegeben Minimalanforderung für die Übertrfagungsrate, eine beschränkte Zahl von gleichzeituige Benützer pro Funkzelle, die mit 5G durch die Bündelungstechnologie um einen bestimmten Faktor erhöht wird, aber weiter besteht.

Bezüglich 5G sollte diese Mobilzellentechnologie nicht verwechselt werden mit 5G Anwendungen auf Kurzdistanz über 5GHz Anwendungen, oder selbst im Meterbreich mit 32GHz oder 60GHz Verbindungen wo tatsächlich schnelle Verbidnungen möglich sein. Dies ist eine Technolgie die tätsachlich bis über 1GB/sec Übetragungsraten ermöglicht.
 
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