Drei WhatsApp-Alternativen im Kurzportrait

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hpe05

Stammgast
Hallo Florian
Habe eine prinzipielle Frage. Für CH gilt ja dieselbe Datenschutzgeschichte, wie für die EU.
Muss ich jetzt dennoch die Zustimmungsgeschichte anklicken und das Ding merkt automatisch, dass ich ein 2Abgespeckter" bin?

Danke und Gruess
hpe05
 

Florian Bodoky

Redaktion PCtipp
Teammitglied
Hoi hpe05

Genau so ist das. Die neuen AGBs müssen bis am 8. Februar angenommen werden, ansonsten kann man WhatsApp nicht mehr benutzen Für Schweizer gilt: die Services werden von WhatsApp Ireland Limited gehostet. Das heisst, dass man automatisch weniger Daten abgibt als zB US-Amerikaner. Aber zugestimmt werden muss.

LG Florian
 

HI-AL

Neues Mitglied
Hallo Florian
Guter Artikel. Ich vermisse aber drei wichtige Kriterien:
  • Wer/ wo wird die SW geschrieben?
  • Wo steht der Server?
  • Was kostet die APP (was gut ist, darf auch etwas kosten/ gratis hat vielfach einen oder mehrere Haken :unsure::cool:)
LG Alexander
 

gaessu

Mitglied
Threema kostet einmalig etwas und ist - Irrtum vorbehalten - ein Schweizer Produkt mit Servern in der Schweiz. Wenn ich mich recht erinnere, habe ich damals beim Herunterladen CHF 3.50 bezahlt.
 

Geoffrey

Stammgast
was kostet die APP (was gut ist, darf auch etwas kosten ...

Die Kosten sind ein wesentlicher Punkt. Nach heutiger Denkensweise der Massen sind nur Gratis-Apps weit verbreitet und bei Kommunikation ist doch entscheidend, dass man möglichst viele Teilnehmer im eigenen Bekanntenkreis findet.

geoffrey
 

Serge78

Neues Mitglied
Also ich verstehe nicht, wieso hier Telegram noch als Alternative aufgeführt wird. Diese App ist nicht nur in Verruf geraten wegen komischer Gruppen. Viel schlimmer ist der Datenschutz. Da hat Heise ja sehr ausführlich darüber berichtet. Die Kritik von Heise ist nachvollziehbar und kann teilweise ganz einfach überprüft werden. Ein Bericht dazu gibt es auch auf Watson.
Hier der Link dazu: https://www.watson.ch/digital/analy...um-soll-die-app-ein-datenschutz-albtraum-sein

Und die Warnung vom Heise-Redaktor:

«Alles, was die Nutzer schreiben, wird bei Telegram zentral gespeichert und bei Bedarf ausgeliefert. An euch, wenn ihr euch mit dem richtigen Code ausweist. Aber sicher auch an einen Beamten, der einen Durchsuchungsbefehl vorweisen kann. Oder an einen bestochenen Mitarbeiter oder an Hacker, die sich Zugang zu den Servern verschaffen.»

Dass PCtipp nicht auch auf diese Kritik eingeht und Telegram einfach so weiter empfiehlt, finde ich etwas bedenklich.
 

Klaus Zellweger

Redaktion PCtipp
Teammitglied
In meinen Augen die beste Alternative für iPhone-Besitzer: Die mitgelieferte App “Nachrichten”. Apple-Anwender bekommen automatisch eine verschlüsselte Direknachricht via iMessage-Protokoll. Bei allen anderen stellt der Dienst automatisch auf SMS um. Alle Nachrichten werden zentral verwaltet und via iCloud auf dem iPhone, dem iPad und dem Mac synchron gehalten.

Ich hatte noch nie einen anderen Messenger im Einsatz.
 

karnickel

Stammgast
... Für CH gilt ja dieselbe Datenschutzgeschichte, wie für die EU. ...

@hpe05 Was genau macht Dich glauben, in der Schweiz gelten Datenschutzgesetze der EU. Die EU hat sehr strenge DSGVO und die Schweiz hat das DSG.

... Für Schweizer gilt: die Services werden von WhatsApp Ireland Limited gehostet. Das heisst, dass man automatisch weniger Daten abgibt als zB US-Amerikaner. ...

In der Schweiz mit ihrem noch immer geltenden DSG ist es absolut kein Problem, einen Vertrag mit einem irischen oder amerikanischen Unternehmen abzuschliessen. Dieses seinerseits kann Hinterleute in anderen Staaten beauftragen, die Daten weiterzuverarbeiten. Wenn dies im Vertrag selber nicht weiter eingeschränkt ist, ist dies absolut zulässig. Sollte ein Vertrag mit einem ausländischen Unternehmen aus Schweizer Sicht nicht eingehalten werden, dürfte es zudem schwierig werden, dies durchsetzen zu wollen.

Ein neues Datenschutzgesetz soll die Schweiz ja näher an die europäische DSGVO bringen. Dieses ist aber noch nicht in Kraft.
 

Geoffrey

Stammgast
Ich hatte noch nie einen anderen Messenger im Einsatz.
Richtig, wenn man dann auch ein iphone hat, und die Freunde und Verwandten auch iphones haben. Dann kann man sogar umsonst sprechen mit Facetime. Aber eben, wenn ... Ich selber habe ein iphone aber meine meisten Kontakte lieben Android und somit gehts kaum ohne einen zusätzlichen Messenger.

geoffrey
 
Zuletzt bearbeitet:

karnickel

Stammgast
@Serge78 Damit sagt Heise ja bloss, dass amerikanische Behörden beliebig auf Datenbestände amerikanischer Unternehmen in deren In- und Ausland zugreifen können dürfen. Gilt ja nicht nur für dieses eine so. Und gilt selbst dann, wenn die Daten in ausländischen Niederlassungen herumliegen. Dies ist einfach amerikanisches Gesetz und vielleicht für einzelne Grund genug, ein Unternehmen ohne amerikanische Niederlassung als Datenhalde zu nutzen.

@Klaus Zellweger Gerade Apple hatte in vielen Fällen bewiesen, die Daten seiner Kunden gegen den Zugriff der eigenen Behörden schützen zu wollen. Dabei war es diesen hinterher auch mal möglich, ohne die Unterstützung von Apple selber dennoch an die Daten der Kunden, deren Zugang richterlich oder gesetzlich beschlossen war, durchzusetzen. Es stellt sich hier halt einfach die Frage, wie wichtig dies uns als Kunde ist. Und dann natürlich auch, ob wir die Daten lieber bei koreanischen, chinesischen oder Unternehmen der EU hochladen.

Ob die App "Nachrichten" vom Funktionsumfang mit einer wie Whatsapp, Threema, Signal usw. verglichen werden kann, hängt technisch sicherlich auch davon ab, ob man damit nur innerhalb dem Apple Universum arbeiten will. - Schickt mir bitte keine SMS und schon gar keine MMS mehr, gell? ;)
 

Klaus Zellweger

Redaktion PCtipp
Teammitglied
@karnickel Heute werden so viele Messenger angepriesen, dass der Sockel von WhatsApp Risse bekommt. Denn der einzige Vorzug von WhatsApp ist, dass es eben so viele Leute benutzen. Und wenn das nicht mehr gegeben ist, weil jeder einen anderen Messenger verwendet, wird es für alle kompliziert.

Mit “Nachrichten” von Apple erreiche ich die meisten Leute in meinem Umfeld mit einem top-modernen, schönen Messenger, weil fast alle ein iPhone haben. Ich texte vom iPhone, iPad und vom Mac aus: Alles fliesst und bleibt synchron. Ich kann auch am Mac oder iPad eine altehrwürdige SMS absetzen oder sie auf der Apple Watch lesen. Kein anderer Messenger kommt da auch nur in der Nähe.

Mit dem SMS-Fallback erreiche ich ausserdem genau 100 Prozent aller Kontakte, egal mit welchem Gerät sie unterwegs sind. Da kann selbst WhatsApp nicht mithalten.

Die Verschlüsselung ist mir egal. Jede Sicherheitsmassnahme sollte an die Bedrohungslage angepasst sein – und die ist bei mir gottlob nicht existent. Viel Spass den imaginären Agenten, die meine Nachrichten lesen müssen! Sie werden sich alle wünschen, sie hätten in der Schule besser aufgepasst und etwas Richtiges gelernt.

Allerdings weiss ich nicht, was die Leute so treiben, die dieses Merkmal in den Mittelpunkt ihrer Messenger-Evaluation stellen. Hast du irgendwelche Ideen? :cool:
 

Gaby Salvisberg

Redaktion PCtipp
Teammitglied
Nicht alles, was man gerne verbergen möchte, ist zwangsläufig illegal. Es kann auch einfach zu privat sein. Zum Beispiel medizinische Daten. Oder allerlei Zwischenmenschliches; das müssen nicht einmal die von Edward Snowden mal erwähnten "Dick Pics" sein. Oder man hat kritische Firmendaten. Vielleicht ist man gar Journalist und recherchiert hie und da verdeckt.

Daten, die irgendwo in unverschlüsselter Form gesammelt werden, neigen dazu, früher oder später in falsche Hände zu gelangen.
  • Das kann bei einem Hacking-Angriff passieren
  • Oder wenn ein ehem. vertrauenswürdiges Unternehmen von einem weniger vertrauenswürdigen Unternehmen übernommen wird
  • Oder wenn schlicht ein Mitarbeiter des datensammelnden Unternehmens zu neugierig oder bestechlich ist
  • Oder durch pure Schlamperei (vergessene/verlorene Notebooks, Festplatten usw.)
  • Oder wenn in einem Land ein plötzlicher Machtwechsel stattfindet und staatliche Organe übertriebene Neugier entwickeln
Zum letzten Punkt: Nach einem plötzlichen Machtwechsel kann etwas ehemals völlig Akzeptiertes, Normales und Legales (z.B. Homosexualität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten Ethnie, Glaubensgruppe, politischen Ausrichtung usw.) zu einem Merkmal werden, das Personen zu Zielscheiben macht. Was hätte sich ein gewisser A.H. damals gefreut, hätten ihm pfannenfertige elektronische Verzeichnisse aller Jüdinnen und Juden zur Verfügung gestanden! Es ist kein Staat gegen solche Ereignisse und Entwicklungen gefeit (siehe USA). Auch wenn es "nur normale" Kriminalität oder Bestechlichkeit ist: Mit solchen Daten können Betrügereien oder Erpressungsdelikte stattfinden.

Die Nix-zu-verbergen-Fraktion soll sich aber bitte weiterhin via Telegram oder WhatsApp austauschen.
 

Pagnol

Stammgast
Habe Signal gestern mal testweise installiert.
  • Von zwei Dutzend aktiven WhatsApp-Kontakten wurde mir bei Signal gerade mal ein einziger angezeigt und der hat nicht geantwortet, weil er das Teil schon längst nicht mehr benutzt.
  • Für das Anlegen (und die Wiederherstellung einer Sicherung des Chat-Verlaufs muss man sich einen 30-stelligen (!!) Code merken ...
  • Für die Darstellung der einzelnen Nachrichten wird gerade mal etwas mehr als die Hälfte des Bildschirms genutzt.
:mad: und weg ...
 

karnickel

Stammgast
@Gaby Salvisberg Wow, das nenne ich mal eine Verteidigung. Wobei ich beim ersten Post von @Klaus Zellweger erstmal bei der Interoperabilität eingehakt hatte. Ich unterstelle in einer Umformulierung einfach mal: Wer den Fehler macht, kein Apple zu nutzen muss mit den technischen Niedrigkeiten einer SMS klarkommen. Angehängte Bildchen usw. entfallen einfach.

Die restliche Diskussion hier zeigt eines klar. Es gibt sie gar nicht, diese Interoperabilität! Sie war vor 15 Jahren weggefallen, als plattformübergreifende Jabber, IRC nicht mehr genutzt wurden.

@Pagnol Ähnlich wie Dir ging es mir vor allem 2020. Ich habe noch Skype auf dem Läppi, weil mir jede/r vor zehn Jahren sagte, dass man unbedingt jenes Tool zum Plappern verwenden soll. Die Kontaktliste ist voll, die Leute aber gefühlte 570 Tage offline. Sie nutzen heute alle Zoom oder Teams. Bei beiden habe ich noch nicht verstanden, weshalb ein Wechsel imminent war, da wir hier nur Videotelefonieren, auch in Gruppen. All die anderen Features, welche die neuen Werkzeuge bieten, werden gar nicht genutzt. - Der Mensch, ein Hype-Tierchen. 🐅
 
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