Radio: Wie stehts eigentlich mit DAB+?

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starfish

Mitglied
vielleicht sollte man erst eine 100%-Abdeckung gewährleisten, bevor man UKW abschaltet. Die Karte sieht jedenfalls gar nicht danach aus.
 

henoch

Neues Mitglied
Der Artikel ist gut aber es steht nirgens, das nur Schweizer Sender empfangen werden können. Kein SWF oder andere.
Der Ton ist gut und kein Rauschen mehr wie bei Radio Beromünster. Herzliche Grüsse Henoch.
 

maschwi

Stammgast
wenn man in einem Neubau oder neueren Wohnung wohnt ist DAB+ Empfang fast nur am Fenster möglich; bei einer Hanglage sowieso. Das ist ein riesen Rückschritt. Ich musste in meinem neueren Haus eine Dachantenne installieren. Die Vergangenheit lässt grüssen...
Grüsse Martin
 

extracool

Mitglied
--- 12. November 2020 um 18.55 Uhr ---

Einige kleine Anmerkungen zum Artikel und der Thematik:

- Das
"+" bei DAB steht für das neuere Kompressionsverfahren MP4 und nicht für was Sie im Artikel geschrieben haben (Aus meiner Sicht hat sich der Journalist etwas aus dem Finger gesogen).

- Die Tonqualität ist nicht in jedem Fall besser als beim Frequenzmodulierten Verfahren von UKW, weil es sich bei MP4 von DAB um ein psychoakustisches (verlustbehafetes) Verfahren handelt, welches sich auf die wesentlich hörbaren Klänge für das menschliche Gehör entscheidet. Leider fallen guten Ohren auch Dinge auf, die nicht mehr da sind, und vieles bemängeln, dass es dann klingt dann wie ein Einheitsbrei.

- Die
"Auflösung", die sie ansprechen, stimmt leider auch nicht. Wahrscheinlich haben Sie dies dem schönen Pressetext der DAB Allianz abgeschrieben. Der Frequenzgang bleibt sich gleich (bis 15 KHz) , und kann sogar niedriger sein. Je nach zugewiesener Datenrate ist die Tonqualität einiges schlechter. Um selbe "Auflösung zu haben wie bei UKW müsste man die Datenrate jedes Senders auf mindestens 192kbps einstellen. Normal bei SRF sind momentan 72kbps oder weniger!

- Die "Tonqualität" und alles/nichts ist nicht immer ein Vorteil, denn ich höre lieber zwischendurch ein Knistern bei einem wichtigen Gespräch, als gar nichts mehr!

- Der Empfang ist an sich kein Problem, allerdings wird halt auch da bei der Sendeleistung gespart. Bei UKW musste man darauf achten möglichst keinen Mehrwegempfang (Empfang von mehreren Senderstandorten gleichzeitig zum Empfänger) zu haben. Bei DAB wäre dieser Mehrwegempfang theoretisch ein Vorteil, aber durch dadurch, dass die alten Standort dafür nicht Konzipiert sind, fällt das weitgehend weg. Hier könnte die SRG entsprechend neue Senderstandorte aufbauen, aber gell, wir sparen ja lieber!

- Den schönen Statistiken schenke ich auch keine Aussagekraft, denn ich kenne immer noch viel mehr Leute, die keinen DAB+ Empfänger haben, als solche die einen oder mehrere besitzen.

- Meiner Beobachtung nach wird in der Schweiz auch immer mehr die Sendeleistung und damit die Verbreitung von UKW reguliert. Es ist dann wahrscheinlich leichter dem Konsumenten zu verkaufen, dass DAB+ viel besser ist. Geht auch in die Abteilung "Glaube keiner Statistik, die Du nicht selbser gefälscht hast"

- Für mich ist auch nicht klar, warum Radio SRF1 fast einen ganzen Transponder vollstpft mit Regionalen SRF1 aus allen Regionen der Schweiz. Bei UKW gabs RDS mit Regionalkennungen. Diese wurden dann für die Viertelstunde am Mittag und Abends entsprechend geschaltet und nutzten denselben Sender! Das zahlen wir alle mit den Strafegebühren, sorry Serafegebühren mit!

- Die Eidgenossen des Bakom sollten ehrlicher agieren, auch SRF mangelt es meiner Ansicht nach daran! Es wäre wünschenswert, wenn jemand von den Verantwortlichen das zu lesen bekommt und entsprechend handelt.


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blaurot

Mitglied
... und wenn man dann die Verbreitungs-Karte anschaut, kann der deutschpsrachige "Nationalsender" über DAB+ in der französischen Schweiz (Unterwallis) nicht mehr empfangen werden. DAB+ überzeugt nicht. IP-Radio wäre wohl einfacher. Zuhause habe ich in ein IP-Radio statt in ein DAB+ Radio investiert. Das reicht alleweil für Nachrichten und Streaming-Musik.
 

Herol

Neues Mitglied
Man sollte ja auch in einem Luftschutzraum Information bekommen in einem Notfall. Habe es bei mir ausprobiert, wenn die Türe offen ist, noch Ok, ist die Türe zu, absolut kein Empfang, wo bleiben den die Informationen????
 

extracool

Mitglied
Man sollte ja auch in einem Luftschutzraum Information bekommen in einem Notfall. Habe es bei mir ausprobiert, wenn die Türe offen ist, noch Ok, ist die Türe zu, absolut kein Empfang, wo bleiben den die Informationen????
Das war aber früher auch nicht anders. Im Luftschutz war für diesen Fall ein Rohr vorhanden, über welches man nach Aussen einen schlichten Kupferdraht legen konnte, und welcher so den Empfan nach innen etwas verbesserte. Vielleicht wird das heute bei den Luftschutzräumen nicht mehr angewendet ;-(
 

extracool

Mitglied
... und wenn man dann die Verbreitungs-Karte anschaut, kann der deutschpsrachige "Nationalsender" über DAB+ in der französischen Schweiz (Unterwallis) nicht mehr empfangen werden. DAB+ überzeugt nicht. IP-Radio wäre wohl einfacher. Zuhause habe ich in ein IP-Radio statt in ein DAB+ Radio investiert. Das reicht alleweil für Nachrichten und Streaming-Musik.
Ja, die Schweizer Eidgenossenschaft, das Bakom und die SRF'ler - drei die sich nicht miteinander unterhalten - und wenn, dann falsch. Leider.
 

atomar

Stammgast
Komisch. Mein "DAB+ -Baustellenradio" stört im Keller wie ein altes MW/UKW-Gerät.
Kann es sein, dass es vom «Alles oder nichts»-Prinzip noch gar nichts weiss?
 

POGO 1104

PCtipp-Moderation
Teammitglied
vielleicht sollte man erst eine 100%-Abdeckung gewährleisten, bevor man UKW abschaltet. Die Karte sieht jedenfalls gar nicht danach aus.
Die Karte dort zeigt explizit nur die ABdeckung der Deutschschweiz. Es gibt auch ABdeckungskarten für die anderen Regionen der Schweiz - die sind ähnlich gut abgedeckt
 

gucky62

Stammgast
--- 12. November 2020 um 18.55 Uhr ---
Einige kleine Anmerkungen zum Artikel und der Thematik:
- Das
"+" bei DAB steht für das neuere Kompressionsverfahren MP4 und nicht für was Sie im Artikel geschrieben haben (Aus meiner Sicht hat sich der Journalist etwas aus dem Finger gesogen).
......
MP4 passt nicht so ganz zu DAB+. Du meinst da eine andere Codierung aus dem Videostreaming. DVB-X
Da kann ich mal den entsprechenden Wiki Artikel zu DAB+.
aucu bei der Datenrate und genau da unterscheiden sich DAB und eben DAB+, ist es etwas anders. Wenn bei DAB mit etwa 160 Kbps gearbeitet wird erreicht man durch die neue Codierung dasselbe Resultat bei DAB+ bei 72 Kbps, was Bandbreite spart und es ermöglich auf derselben Frequenz (Stream) mehr Programme unterzubringen.
über die Tonqualität kann man sich trefflich streiten. UKW ist da aber mit sicher nicht besser. Da DAB höhere Frequenzen benutzt ist die Reichweite naturgemäss geringer. Wie eben auch die Abschirmung durch Gebäude, Gegenstände, usw. Auch werden existierende UKW Infrastrukturen mit der höheren Frequenz nicht ohne Anpassungen zurande kommen.
Der Aufio-Frequenzhub ist auch zwischen 30Hz- 15 kHz, gleich wie bei UKW. Bei UKW wird jedoch ein 150 kHz Frequenzhub (HF Bandbreite) benötigt, die bei DAB ja komplett zwischen den Programmen wegfällt, da abebben auf einer Frequenz mehrere Programme übertragen werden.
Audiomässig kommt dasselbe raus. Messtechnisch gibt es kleinere Unterschiede.

Notfall-Radio ist mit UKW einfacher da durch die niedrigere Frequenz die Durchdingung stärker ist als bei DAB mit höherer Frequenz. Die Sendeleistung ist bei DAB wohl oft aber tiefer. Und prinzipbedingt haben digitale Uebertragungsarten etwas mehr Mühe mit dem Dopplerefekt als bei analogen Übertragungen. Was bei bewegten Fahrzeugen Probleme geben kann.
RDS ist eine reine Kennung und macht keine Unterscheidung. Die Frequenzen Stören sich dann in diversen Geniten zwangsläufig und oft auch noch je nach Wetter. Je feuchter umso weniger Reichweite Des UKW Signals. Du generierst damit jede Menge Mischsignale. Eine Regionalisierung ist bei UKW mit derselben Frequenz wenig sinnvoll.

Ich halte auch nicht viel davon UKW abzuschalten, aber ich sehe auch die Vorteile von DAB+, wie auch die jeweiligen Nachteile. Wobei ich es persönliche unschöner finde, das KW und Mittelwelle aufgegeben wurden. Aber das hat eher damit zu tun das ich da doch ab und an noch unterwegs bin im KW.
Für den normalen Hörer hat DAB+ jedoch auf den ersten Blick mehr Vorteile. Ob man ein verrauschtes FM Signal noch hören will, Anja.
Gruss Daniel
 

Charlito

Stammgast

karnickel

Stammgast
Ich glaube, ihr könnt euch lange über die Ausbreitung streiten. Im Artikel ist wohl eine Karte dargestellt, welche die Aufschaltung auf deutschsprachige Stationen zeigt. Weil, z.B. hat ja das Tessin auch DAB+.

Zur Tonqualität kann ich noch einwerfen, dass UKW einen mit zunehmender Distanz zum Sender abnehmende Aussteuerung aufweist. Aber ihr wechselt ja dann wieder auf Notempfang, wo knisternde Newsmeldungen mit schlechter Qualität absolut ausreichend sind. Man kann hier also Äpfel beliebig mit Birnen vergleichen. Nehmt ein Funkgerät in den Bunker.

Ich würde auch einen Draht durch ein Rohr in den Keller nehmen wollen. Beim nuklearen Impuls also gleich ab damit auf alle Elektrik dort drin. Aber ich denke, UKW oder DAB+ soll eher vor brechenden Staudämmen warnen können als vor NEMP-Angriffen.

Ihr alle vergesst, dass Technologien wie DAB, DVB und so weiter nicht erfunden wurden, um Radio/TV besser zu machen. Es sollen für die Übertragung schlicht weniger Kanäle verwendet werden. So wurde es mit der Abschaltung von DVB-T aus diesem Blickwinkel sogar noch besser. ;)
 

Bierli

Aktives Mitglied
- Warum in alle Welt wird auf DAB+ umgestellt, wenn doch noch vor ein paar Jahren noch DAB promotet wurde? DAB kann DAB+ nicht.

- Im Keller ist DAB+ nicht empfangbar oder nur mit sekunden langen Aussetzern und Sprüngen. Wie eine defekte CD.

- Warum wird bei DAB+ nicht mit 192 kbits übertragen?

- Warum kann man UKW nicht einfach weiterlaufen lassen. Das funkt auch noch in Autobahntunnels, DAB steigt da regelmässig aus.

- Werden die ausländischen Sender auch noch aufgeschaltet? Hier in der Region Basel sind auch SWR1 + France Inter (France Info) wichtig.

Markus
 

trs

Stammgast
DAB plus oder minus mag ja noch im Auto eine vertretbare Lösung darstellen.... aber zuhause ist es gelinde gesagt unbrauchbar. Die Programmauswahl ist administriert und nicht kundenfreundich. Ich gehöre nicht zum Mainstream, welcher sich vorschreiben lässt, was zu hören ist. Daher gibt's nur die Lösung mittels Internet, nicht nur Spotify oder Youtube sondern einfach Internet-Streaming. Funktioniert auf jedem Computer, sogar im Auto mit Handy.... Radio-Stationen aus Afrika, Südamerika, Fernost, etc. wie in den alten Zeiten ! 😀
Also lasst euch nicht für dumm verkaufen ! Theo
 
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